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Stadtmittebildung Bergkamen


Im Folgenden werden das städtische Konzept, die durchgeführten Projekte und die weiteren Schritte zur Stadtmittebildung Bergkamen dargestellt.

=> 1. Ausgangssituation 1989
=> 2. Grenzen städtischer Handlungsmöglichkeiten
=> 3. Grundgedanken der Stadtmittebildung
=> 4. Schwerpunkt West (Rathausviertel)
=> 5. Schwerpunkt Ost (Nordberg)
=> 6. Verbindungsachse West-Ost
=> 7. Zwischenstand 1999
=> 8. Weitere Entwicklung ab 2000
=> 9. Neue Situation ab dem Jahr 2012

=> 10. Andere Konzeption der Bergkamener Stadtmitte ab dem Jahr 2015

=> 11. Einzelfragen zur Stadtentwicklung

 

 

1. Ausgangssituation 1989

Die Tatsache, dass in Bergkamen das Thema "Stadtmittebildung" überhaupt als Problem angesprochen werden muss, beruht auf der sehr jungen Geschichte unserer Stadt. Anders als in fast allen vergleichbaren Mittelzentren gibt es in Bergkamen keinen gewachsenen mittelalterlichen Stadtkern.
Die sechs Gemeinden, die die heutige Stadt bildeten, besaßen - wenn überhaupt - jeweils nur kleine Nahversorgungsbereiche für den Grundbedarf. Der mittlere und gehobenere Bedarf wurde in den Nachbarstädten gedeckt.
Die nach der Stadtgründung 1966 einsetzenden Versuche, mit der "City" inklusive Rathaus und Busbahnhof ein neues Stadtzentrum im geografischen Mittelpunkt der neu entstandenen Stadt zu schaffen, hatten nur zum Teil Erfolg.
Mit Hilfe der IBA - Internationale Bauausstellung Emscherpark wurde in den Jahren 1989 bis 1999 eine neue Anstrengung unternommen, eine attraktive Stadtmitte für die Gesamtstadt Bergkamen zu entwickeln. Die Arbeit ging in den Jahren ab 2000 konsequent weiter.

Die Situation stellte sich Anfang 1989 wie folgt dar:

In Bergkamen gibt es nicht ein konzentriertes Stadtzentrum, sondern zwei Subzentren im Osten (Präsidentenstraße/Nordberg) und im Westen (Rathaus/City) mit einer eher unattraktiven Verbindung durch Ebert- und Hubert-Biernat-Straße.

Der Nordberg, als ehemaliger Nahversorgungsbereich der Altgemeinde Bergkamen, ist als Fussgängerzone durchaus ansprechend ausgebaut. Es gibt attraktive Geschäfte wie das Kaufhaus Schnückel und einige andere Läden z.B. für Damenoberbekleidung. Es existieren aber auch Leerstände sowie erhebliche Lücken im Einzelhandelsangebot (Herrenoberbekleidung, Parfümerie, Lederwaren, Musikalien, Computer, Schreibwaren, Büroartikel, Sportbedarf, Babyartikel, Spielwaren etc. etc.), im Dienstleistungsbereich und in der Gastronomie (kein Café, keine Bistros, kaum Aussengastronomie). Nicht zuletzt wegen dieser fehlenden Angebote und der mangelnden Aufenthaltsqualität fließt ein erheblicher Teil der Bergkamener Kaufkraft in die Nachbarstädte.

In der 1974 eröffneten City gibt es im Obergeschoss mehrere tausend Quadratmeter leerstehende Verkaufsflächen; dem vorhandenen Plaza-Supermarkt im Erdgeschoss - Nachfolger eines ursprünglichen Karstadt-Warenhauses - werden Abwanderungsinteressen nachgesagt. Damit droht hier der Wegfall eines wichtigen Versorgungsbereiches und das Entstehen einer riesigen Bauruine. Das Hochhaus in der City ("City-Wohnturm") zeigt deutliche Ansätze eines sozialen Brennpunktes.

Im gesamten Mittebereich wohnen relativ wenig Menschen, zum Teil besteht eher der Charakter einer aufgelockerten Vorort-Siedlung. Es gibt eine ganze Reihe unbebaute Grundstücke. Der Marktplatz wird nur am Markttag gut genutzt und ist in der übrigen Woche eine unattraktive und weitgehend ungenutzte Fläche, die zudem von der Ebertstraße her überhaupt nicht wahrnehmbar ist.

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2. Grenzen städtischer Handlungsmöglichkeiten

Klar machen muss man sich zunächst, dass die Handlungsmöglichkeiten einer Stadt zur Steuerung der Stadtentwicklung sehr begrenzt sind.

Flächennutzungsplan und Bebauungspläne können zwar einen äusseren Rahmen setzen und bestimmte Bauvorhaben untersagen, aber nicht die Durchführung von Baumaßnahmen oder konkrete Nutzungen erzwingen. Letzlich kommt es allein auf das Engagement der Eigentümer und privater Investoren an.

Lediglich da, wo die Stadt selbst Eigentümer ist, kann sie von sich aus aktiv werden. Sie kann allerdings auch dann keinen Investor herbeizwingen. In Bergkamen stehen weder die Geschäftshäuser entlang der Fußgängerzone noch die City im Eigentum der Stadt! Der Stadt gehörten und gehören nur die öffentlichen Straßen, Wege und Plätze sowie einige einzelne Grundstücke.

Persönliche Anmerkung: Ich selbst würde mich z.B. sehr freuen, wenn es in der Bergkamener Stadtmitte ein Kino, nette Bistros, eine Tanzschule, ein großes Hotel, Biergärten etc. geben würde. Die Stadt kann aber niemanden zu einem solchen Engagement verpflichten.

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3. Grundgedanken der Stadtmittebildung

Das Entwicklungskonzept der Stadt für die Stadtmitte Bergkamen beruhte auf folgenden Grundgedanken:

  • "Stadtmitte" in Bergkamen ist weder allein der Nordberg im Osten noch allein das Rathausviertel im Westen, sondern beide Bereiche gleichermaßen sowie der Verbindungsraum zwischen ihnen. Stadtmitte also im Sinne eines bipolaren, aufgelockerten Zentrums, in der Form mit einer Hantel vergleichbar.
  • Beide Schwerpunkte müssen stabilisiert und gestärkt werden.
  • Entlang der Verbindungsachse zwischen Nordberg und Rathausviertel sind neue Anziehungspunkte zu schaffen. Ein durchgehender Geschäftsbesatz entlang dieser Achse wird aktuell nicht angestrebt, sondern mag sich vielleicht im Laufe der Jahrzehnte entwickeln.
  • Der Straßenraum selbst ist so umzugestalten, dass er als verbindendes Element erkennbar wird und eine höhere Aufenthaltsqualität erhält.
  • Ein Schwerpunkt muss die Neugestaltung des Marktplatzes als wichtigstem innerstädtischen Platz bilden.
  • Ein besonderes Augenmerk ist auf zusätzlichen Wohnungsbau zu legen, um die Zahl der in der Stadtmitte lebenden Menschen zu erhöhen.
  • "Stadtmittebildung" ist nicht ein einmaliger Akt, sondern ein Vorgang, der sich über viele Jahre und Jahrzehnte erstreckt.
  • Die Stadt kann und soll nur einzelne Bausteine erstellen oder anregen und die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, der Rest muß im Laufe der Zeit von privaten Investoren geleistet werden.

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4. Schwerpunkt West (Rathausviertel)

Im Bereich des Rathauses und seines Umfeldes erfolgten bis 1999 zur Stärkung des Standortes diese Projekte und Maßnahmen:

  • Umbau der Töddinghauser Straße mit neugebautem Kreisverkehr an der Kreuzung Landwehrstraße (08/94)
  • Neugestaltung des Zentrumsplatzes (12/95) mit hoher Aufenthaltsqualität und Nutzungmöglichkeit für unterschiedliche Veranstaltungen; behindertengerechter Aufzug für die Sparkassen-Ebene
    (Gesamtinvestitionen Töddinghauser Straße und Zentrumsplatz: 5,64 Mio. DM, inklusive 4,51 Mio. DM Fördermittel)
    (Hinweis: der wünschenswerte Abriss der maroden Betonbrücke an der Westseite des Platzes konnte erst im Jahr 2009 endgültig umgesetzt werden, nachdem die Eigentümer der darüber erschlossenen Gebäude zugestimmt hatten)
  • Umgestaltung des unmittelbaren Rathausumfeldes (Abriss der sanierungsbedürftigen "Betonpilze" (11/95), neue Glasunterstände am Busbahnhof (05/96)
  • IBA-Wohnprojekt "Einfach und selber bauen" westlich des City-Parkhauses mit 34 Wohneinheiten (WE) (03/98) ("Auszeichnung Guter Bauten 1998" des BDA)
  • Ansiedlung des Kaufland-Warenhauses südlich des Rathauses (Eröffnung 05/99) mit Parkhaus, weiteren Ladenlokalen und 6 WE
  • "Wasserpark" südlich des Zentrumsplatzes auf der ehemaligen B61-Trasse als zentrumsnaher Freizeitraum mit großer Wasserfläche, Promenade, Ruhezone und Spielbereichen für Kinder und Jugendliche sowie "Wohnen am Park" (16 WE)
  • Kreisverkehr Hubert-Biernat-Straße / Töddinghauser Straße
  • Hinweis: Nicht verwirklicht werden konnten damals die zahlreichen Vorschläge eines bereits 1989 durchgeführten IBA-Ideenwettbewerbs zur vollständigen Umgestaltung der City selbst. Die Umsetzung scheiterte an dem fehlenden Interesse des damaligen City-Eigentümers Hubert A. Knapp.

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5. Schwerpunkt Ost (Nordberg)

Im Bereich des Nordberges und seines Umfeldes erfolgten bis 1999 zur Stärkung des Standortes diese Projekte und Maßnahmen:

  • Bereits vor 1989 Ausbau der Präsidentenstraße zwischen Leibnizstraße und Ebertstraße zur Fußgängerzone, Anlage von ca. 250 Parkplätzen östlich und westlich der Fußgängerzone, Schaffung von Verbindungspassagen
    (Gesamtinvestitionen: 9,20 Mio. DM, inklusive 2,62 Mio. DM Fördermittel und 0,53 Mio. DM Anliegerbeiträge)
  • Ansiedlung des Nordberg-Seniorenzentrums östlich der Fußgängerzone mit 138 Betten (09/93)
  • Schaffung von Neubau-Wohngebieten in Baulücken der "Alten Kolonie": Heinrich-Martin-Str. (bis 1989, 58 WE), Johann-Heuser-Str. (bis 1991, 54 WE), Wolfgang-Fräger-Str. (bis 1999, 41 WE; weitere ca. 15 WE möglich)
  • Hochwertige Wohnumfeldgestaltung der Straßen und Plätze in der "Alten Kolonie" parallel zur Sanierung des VEBA-Wohnungsbestandes (10/95) (Gesamtinvestitionen 12,17 Mio. DM, inklusive 4,74 Mio. DM Fördermittel)
  • Verzicht auf die Erhebung von Parkgebühren auf dem Parkplatz Zweihausen und der Parkpalette Einsteinstraße
  • Durchführung des Samstag-Wochenmarktes am Nordberg
  • Durchführung des Bergkamener Stadtfestes, des Weihnachtsmarktes und anderer zentraler Veranstaltungen am Nordberg
  • Finanzierung der GSW-Weihnachtsbeleuchtung in der Fußgängerzone
  • Beauftragung des renommierten Maklerbüros Brockhoff & Partner aus Essen mit einer Marktanalyse (bis 10/99)
  • Zahlreiche Gespräche mit der Kaufmannschaft des Nordberges zur Verbesserung von Angebotsvielfalt, Ausschilderung, Erreichbarkeit, öffentlicher Sauberkeit, Sicherheit und Ordnung etc.
  • Hilfestellung bei Aktionen der Nordberg-Werbegemeinschaft

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6. Verbindungsachse West-Ost

Entlang der Verbindungsachse zwischen Rathausviertel und Nordberg wurden bis 1999 die folgenden "Bausteine" zur Belebung und Attraktivitätssteigerung von West nach Ost verwirklicht:

  • Neue Eingangssituation Friedhof Bergkamen-Mitte (05/99)
  • Neuer Gebäudekomplex mit Polizeiwache, Aussenstelle des Kreis-Gesundheitsamtes und Wohnungen (5 WE) an der Ecke Wiehagen/Hubert-Biernat-Straße (06/94)
  • IBA-Wohnprojekt "Frauen planen Wohnungen" mit 28 WE und 2 kleineren Geschäftsflächen (08/93) und einem Vorplatz mit Lichtskulpturen (05/99)
  • Psychosoziales Zentrum im Heinrich-Martin-Heim am Wiehagen (10/2000)
  • Wohnungsbau in Baulücken westlich Lassallestr. (bis 1995, 30 WE)
  • Neugestaltung des Marktplatzes (08/98) als wichtigstem innerstädtischen Platz Bergkamens mit prägender Randbebauung mit Wohnungen (insg. 64 WE), Geschäftsflächen (6 Ladenlokale) und dem städtischen Begegnungszentrum mit der neuen Stadtbücherei (mit Internet- und Multimedia-Arbeitsplätzen, Teenage-CD-Library, Lese-Café, Mehrzweckräumen etc.). Verantwortlich für Entwurf und Ausführung war Prof. Eckard Gerber aus Dortmund. Diesem Projekt wurde am 23.08.01 die "Auszeichnung Guter Bauten 2000" des BDA verliehen.
  • Einbeziehung von Teilen der Ebertstraße, des Wiehagens, der Parkstraße und des Kirchenvorplatzes in die Marktplatzgestaltung. Der Platz wird geprägt von markanten Beleuchtungskörpern und Baumreihen. Seine Besonderheit erhält der Markplatz durch das auffallende Marktdach an der Ebertstraße.
  • Um Ebertstraße und Hubert-Biernat-Straße als zentrale Verbindungsachse aufzuwerten, wurde der Straßenzug selbst komplett neu gestaltet (06/99) mit Regenwasserversickerung auf der Nordseite, Mehrzweckstreifen auf der Fahrbahn und einer Baumallee. Neue Sitzbänke und verbreiterte Fußgängerwege laden mit ihrem Promenadencharakter zum Bummeln und Verweilen ein.
  • Auffälligster Merkmal des neuen Boulevards ist das "Blaue Band" als verbindendes Element, das sich zum Teil als wasserführender Bachlauf, zum Teil als blauer Mosaikstreifen von der Quellskulptur am südlichen Eingangsbereich der Fußgängerzone bis zum Busbahnhof am Rathaus erstreckt.

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7. Zwischenstand 1999

In den Jahren 1989 bis 1999 ist im Bereich der Stadtmittebildung Bergkamen eine ganze Menge erreicht worden. Ein großer Teil der unter "3. Grundgedanken der Stadtmittebildung" genannten Überlegungen konnte in die Tat umgesetzt werden, wenn auch die damalige Situation des Nordberges und insbesondere der City nicht befriedigen konnte.
Im Mittebereich sind in den letzten Jahren zahlreiche Wohnungen hinzugekommen. Die vier von der Stadt finanzierten IBA-Projekte (Fläche Marktplatz, Bücherei, Ebertstraße und Wasserpark) hatten ein Investitionsvolumen von 14,30 Mio. DM, wovon 10,75 Mio. DM durch Fördermittel des Landes NRW bereitgestellt wurden. Die durch private Investoren im Stadtmittebereich im selben Zeitraum investierten Mittel für Bauprojekte betragen ein Vielfaches dieser Summe.
Der öffentliche Raum im Stadtmittebereich ist attraktiver geworden, die Aufenthaltsqualität ist deutlich gestiegen. Private Eigentümer beginnen, ihr Gebäude ebenfalls zu renovieren.

Aber auch nach Abschluss der IBA im Jahr 1999 gab es für die Stadt - abgesehen von der unverzichtbaren Aktivität privater Investoren - eine Reihe von Ansatzpunkten für die Förderung der weiteren Entwicklung.

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8. Weitere Entwicklung ab 2000

In dem von der Stadt beauftragten und Ende 1998 durch das Ingenieur-Büro Kühnert vorgelegten "Städtebaulichen und verkehrlichen Rahmenplan für die Stadtmitte Bergkamen" sind eine ganze Reihe von Anregungen für künftiges Tätigwerden enthalten. Diese Anregungen müssen aufgearbeitet, politisch entschieden und danach umgesetzt werden. Hierzu gehört die Idee, die Stadtmitte von den beiden großen Durchgangsstraßen Landwehrstraße und Erich-Ollenhauer-Straße her besser wahrnehmbar zu machen, z.B. durch "Stadttore" (nicht wörtlich zu nehmen!) in Form von vier markanten Kreisverkehren. Bis November 2003 sind von dieser Idee jeweils zwei Kreisverkehre an jeder dieser Straßen umgesetzt worden. Der Kreisverkehr am nördlichen Eingang zum Nordberg (Leibnizstraße) ist ebenfalls fertig gestellt. Hinzu kommen die neuen Kreisverkehre in der westlichen Stadtmitte am Rathaus und an der Gedächtnisstraße.
Ergänzt worden ist dieser Rahmenplan durch einen Künstler-Wettbewerb im Rahmen des Landesprogramms "Ab in die Mitte 2002" zur künstlerischen Gestaltung der Kreisverkehre. Gebaut worden ist im Kreisel am Rathaus die Lichtinstallation von Andreas Kaufmann ("Waschtrommel") und die Lichtinstallation im Kreisverkehr an der Leibnizstraße von Maik und Dirk Löbbert ("Schalker Kreisel"). Die Umsetzung war nur mit entsprechenden Landesmitteln möglich.
Hinweis: Im Mai 2009 konnte die Gesamtkonzeption der Löbbert-Brüder mit vier zur Stadtmitte hin geneigten Lichtstelen ("Bergkamener Maßstäbe") fertig gestellt werden.

Durch die Herausnahme des Busverkehrs aus der Fußgängerzone (Beschluss 02/2001, Umsetzung 08/2001) und der Verhinderung von PKW-Schleichverkehren soll der Nordberg nach dem Wunsch der Kaufmannschaft für Spaziergänger attraktiver werden. Bestehende Straßenschäden in der Fußgängerzone sind 2002 beseitigt worden. Zusätzliche Kinderspielgeräte, Sitzgelegenheiten und Möblierung sind entsprechend den Vorstellungen der Nordberg-Kaufleute seit 2003 hinzugekommen.

Das Änderungsverfahren für den Nordberg-Bebauungsplan - Abschluss im Juni 2006 - hat die Baugrenzen flexibler gestaltet sowie Lücken-, Innenbereichs- und Randbebauungen am Nordberg ermöglicht.
Zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten in Form von Geschäftsflächen sind westlich des Nordbergs im Bereich der Parkplatzanlage Zweihausen und Randbereichen des Zechenwaldes als "Nordberg-Center" verwirklicht worden, um mehr Käuferströme in das Umfeld des Nordberges zu ziehen, von denen dann auch die bisherigen Geschäfte in der Präsidentenstraße profitieren können. Eine entsprechende Planung des Dortmunder Investors "hi development" ist von 2004 bis Mitte 2005 entwickelt, öffentlich diskutiert und vom Rat der Stadt akzeptiert worden. Die Umsetzung hat im Herbst 2005 begonnen; die Geschäftseröffnungen des neuen "Nordberg-Centers" (Lidl, Plus, Rossmann, Tedi, KiK, ABC-Schuhe, Westermann-Café u.a.) erfolgten Ende November 2006; die südliche Erweiterungsfläche (Takko, NKD-Mode, Reno-Schuhe, Dänisches Bettenlager) September 2008. Der neue Einkaufsbereich ist durch einen breiten Zugang mit der Präsidentenstraße verbunden.
Durch eine neue Straßenführung der Parkstraße ist die westliche Umfahrung der Fußgängerzone deutlich vereinfacht worden. Der neue Kreisverkehr Erich-Ollenhauer-Str./Leibnizstr. macht den Einkaufsschwerpunkt Nordberg vom Norden her besser erkennbar und erreichbar.

In einem von der BBE Unternehmensberatung aus Köln im Mai 2006 vorgelegten "Einzelhandelsgutachten für die Stadt Bergkamen" wurde die bisherige Vorgehensweise der Stadt gestützt. Dieses Gutachten ist zugleich Grundlage für die städtischen Entscheidungen bei künftigen Einzelhandelsansiedlungen.

Der Zechenwald in der Stadtmitte wird im Kernbestand erhalten, aber behutsam zu einem echten Stadtpark umgestaltet. Ein Diskussionsforum unter Einbeziehung von Experten sowie interessierter Bürgerinnen und Bürger hat bereits stattgefunden. Erste Umsetzungsschritte ("Platz der Stille", Osteingang, Nordeingang) sind in den Jahren 2003 und 2004 verwirklicht worden. Die Neugestaltung des Spielgeländes im Stadtpark als zentralen Großspielplatz wurde im Herbst 2006 umgesetzt.

Auf der westlichen Seite der Stadtmitte steckte ein besonderes Entwicklungspotential in dem großen unbebauten Eckgrundstück nördlich des Rathauses (immer mal wieder als "Hotelgrundstück" bezeichnet). Dies war das letzte der Stadt gehörende größere unbebaute Grundstück in der Stadtmitte.

Die überdimensionierten und inzwischen in die Jahre gekommenen Flächen des Busbahnhofes - der größte Bus-Knotenpunkt im Kreis Unna - wurden seit Juli 2002 nach den modernsten Erkenntnissen der Verkehrstechnik komplett überarbeitet und zu einem überdachten Mittelsteig-Bahnhof umgestaltet, um so das ÖPNV-Angebot in der Stadt zu verbessern und zugleich die neu gestaltete Ebertstraße/Hubert-Biernat-Straße ("Blaues Band") nach Westen bis zum Rathaus weiter zu führen. Die Bauzeit hat etwa ein Jahr betragen. Dieses Projekt konnte durch Ausnutzung verschiedener Förderprogramme für die Stadt finanziell ausgesprochen günstig gestaltet werden. Optisch ist die Architektur des neuen Busbahnhofs ein echter Blickfang.

Die Arbeiten für die Umgestaltung der Fläche zwischen Ratstrakt, Kaufland-Warenhaus und den neuen Turm-Arkaden als "Platz der Partnerstädte" sind im Sommer 2002 abgeschlossen worden. Der kleine Verbindungsplatz mit dem Partnerschaftsbrunnen wird von der Bevölkerung sehr gut angenommen und für verschiedene Veranstaltungen genutzt.

Der Wechsel von der Brückenebene des Zentrumsplatzes durch die Volksbank zum neuen Stadtmarkt und durch die Hauptpost in das Kaufland-Warenhaus (09/2000) brachte die Chance mit sich, in Gesprächen mit den Eigentümern der westlich an den Platz angrenzenden Wohngebäude das Einverständnis zum Abriss der maroden und hässlichen Betonbrücke an der Westseite des Platzes zu erhalten, um so die begonnene Neugestaltung des Zentrumsplatzes im April 2009 fertig zu stellen.

Ab dem Jahr 2000 hat die Stadt unter dem Motto "Bergkamener Lichtblicke" u.a. in Zusammenarbeit mit den Nordberg-Kaufleuten, der Sonnenapotheke, Vereinen und verschiedenen Sponsoren zahlreiche Veranstaltungen in der Stadtmitte organisiert und durchgeführt, um die Attraktivität dieses Bereichs zu steigern und zusätzliche Menschen zu einem Besuch zu motivieren. Die Veranstaltungen erfolgten zum Teil im Rahmen des Landeswettbewerbs zur Stärkung der Innenstädte "Ab in die Mitte - die City-Offensive", den die Stadt Bergkamen dreimal hintereinander gewonnen hat.
Zu den Angeboten gehören neben dem traditionellen Stadtfest und dem Weihnachtsmarkt u.a.: ein Familienfest und Opernaufführungen im Wasserpark, Kulturfrühstücke am Herbert-Wehner-Platz mit einer Licht- und Kulturinszenierung am Vorabend, Literaturlesungen, Open-Air-Kino-Abende mit Live-Musik, der Bergkamener Gesundheitstag auf dem Zentrumsplatz sowie zum Abschluss der große Lichtermarkt auf dem Stadtmarkt. Zusätzliche Veranstaltungen der Nordberg-Kaufleute wie z.B. das Nordberg-Fest wurden von der Stadt unterstützt.
Trotz der knappen finanziellen Mittel der Stadt ist es auch bis heute dank privater Sponsoren gelungen, als Teil des Stadtmarketings mehrere attraktive Veranstaltungsangebote im Stadtmittebereich (insb. "Bergkamener Kultursommer" und den "Lichtermarkt") durchzuführen.

Das => City-Hochhaus (häufig auch als "Wohnturm" bezeichnet), das ebenso wie die benachbarten Turm-Arkaden nicht im Eigentum der Stadt steht, stellte in der Vergangenheit aufgrund der vorhandenen Mieterschaft einen sozialen Brennpunkt dar. Anfang November 2000 hat der letzte Mieter das Gebäude verlassen. Der soziale Brennpunkt war damit zum Glück verschwunden. Die optische Belastung der Umgebung war aber - bis zum Abriss im Jahr 2014 - geblieben.

Natürlich stellte auch die frühere City selbst nicht nur ein Problem, sondern zugleich auch ein Potential für eine Innenstadtentwicklung dar. Der Eigentümer hat auf dem gesamten gewerblichen Komplex der alten City nach Totalabriss im Jahr 2001 einen architektonisch attraktiven Neubau errichtet, in dem ein neues Einkaufszentrum "Turm-Arkaden" mit einem Wal*Mart-Vollsortiment-Warenhaus - Eröffnung war am 11. Juni 2002 - als Hauptmagnet sowie verschiedenen Einzelhandelsgeschäften eingezogenen sind.
Damit war ein großer städtebaulicher Missstand im Rathausviertel in der westlichen Stadtmitte beseitigt. Zugleich zog dieses neue Einzelhandelsangebot zusätzliche Käuferschichten von ausserhalb nach Bergkamen, von denen auch die übrigen Einzelhändler unserer Stadt profitieren konnten.
Seit November 2006 wurde dieses Angebot noch durch Schuh-Deichmann und durch C&A verstärkt.
Nachdem die USA-Zentrale von Wal*Mart Ende 2006 entschieden hatte, das gesamte Deutschlandgeschäft aufzugeben und alle Warenhäser an die Metro-Gruppe zu verkaufen, wurde das Bergkamener Supercenter Ende April 2007 geschlossen. Eine Nachfolgenutzung für die War*Mart-Flächen zu finden, ist dem damaligen Eigentümer nicht gelungen.

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9. Neue Situation ab dem Jahr 2012

Eine ganz neue Situation für die Turm-Arkaden und für das City-Hochhaus ergibt sich seit Ende 2011. Am 23.12.2011 hat die Firma CharterHaus Real Estate GmbH aus Frankfurt die Turm-Arkaden zusammen mit dem angrenzenden Wohnturm gekauft.

Der City-Turm wurde nach Willen der neuen Eigentümerin ab 2014 etagenweise abgerissen. Im Oktober 2016 war das ehemalige Wahrzeichen der City komplett verschwunden.
Mit dem Abriss des City-Hochhauses wurde ein von vielen Bergkamenern als Belastung und Ärgernis empfundener städtebaulicher Missstand beseitigt.


Die ca. 20.000 qm Einzelhandelsflächen der Turm-Arkaden sollten innen und aussen baulich umgestaltet werden.
Das modernisierte Gebäude sollte als "Einkaufszentrum BergGalerie Bergkamen" nach dem Umbau in zwei Bauabschnitten wieder eröffnet werden.
Auf Grund einer schweren Erkrankung der Charterhaus-Geschäftsführerin Brigitte van der Jagt-Buitink - sie verstarb Anfang Dezember 2015 - kam eine erhebliche Verzögerung in den Umbau und die Neubelegung der Geschäftsflächen.

Die bisherige Eigentümergesellschaft hat sich Anfang 2017 dann entschieden, den gesamten Komplex mit ca. 20.000 qm Verkaufsfläche an die List Retail Development aus Oldenburg zu verkaufen. Der Eigentumsübergang wurde Ende Februar 2017 notariell beglaubigt. Der neue Investor will mit dem Umbau und der Neubelegung der Flächen Ende 2017/Anfang 2018 beginnen.
Die Stadt hatte dem neuen Investor Ende 2016 einen positiven Bauvorbescheid erteilt, um ihm Planungssicherheit zu geben. Im Anschluss an die Suche nach neuen Mietern muss der Eigentümer noch eine entsprechende Baugenehmigung für den Umbau beantragen.
Die Neueröffnung des umgestalteten Einkaufszentrums ist für 2019 geplant.

Ebenfalls im Rathausviertel hat im Frühjahr 2015 der Neubau der Hauptstelle der Sparkasse Bergkamen-Bönen begonnen, der im November 2016 fertig gestellt war. Damit wurde auf der Nordseite der Busbahnhofs eine große Baulücke geschlossen und das Rathausumfeld baulich attraktiv ergänzt. Auf dem nach Osten benachbarten Grundstück plant die kommunale Baugesellschaft UKBS im zweiten Halbjahr 2017 mit dem Bau des sog. "Stadtfenster" zu beginnen, ein architektonisch ansprechendes Gebäude mit Wohnungen, Dienstleistungsbüros und einem Café.

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10. Andere Konzeption der Bergkamener Stadtmitte ab dem Jahr 2015

Im Jahr 2015 hat die Stadt allerdings auch nach langer und intensiver Diskussion die bisherige Konzeption einer bipolaren Stadtmitte - Rathausviertel im Westen und Nordberg im Osten - aufgeben.
Mangelndes Engagement der Kaufmannschaft am Nordberg - die bisherige Werbegemeinschaft existierte nicht mehr, keine Bereitschaft, sich an der Weihnachtsbeleuchtung zu beteiligen oder einen eigenen Nordberg-Weihnachtsmarkt zu organisieren u.a.m. - sowie Befragungen der Eigentümer und Gewerbetreibenden und die Aussagen in einer großen Einwohnerversammlung im Frühjahr 2015 brachten das Ergebnis, dass der Nordberg i.w. nur noch als Stadtteil-Nahversorgungszentrum einzuschätzen ist. Und damit vergleichbar ist den anderen Stadtteilzentren wie Jahnstraße, Schulstraße und Rünther Straße.
Als Stadtzentrum ist nunmehr lediglich das Rathausviertel anzusehen.
Dies bedeutet allerdings nicht, dass Politik und Verwaltung der Stadt den Bereich des Nordbergs künftig vernachlässigen wird. Die Fußgängerzone soll ohnehin erhalten bleiben.

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11. Einzelfragen zur Stadtentwicklung

Einzelne Projekte im Rahmen der Stadtentwicklung haben in der Vergangenheit immer einmal wieder zu intensiven öffentlichen Diskussionen geführt. Gelegentlich wurde der Stadt Bergkamen dabei auch vorgeworfen, durch ihr eigenes Verhalten und ihre Entscheidungen störe und behindere sie eine positive Entwicklung der Stadt. Auf einige dieser Behauptungen soll im folgenden Unterabschnitt kurz eingegangen werden.

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